Was tut dem Rücken gut – Schwimmen?

Sie haben Rückenschmerzen? Millionen Menschen leiden auch unter zeitweise oder dauerhaften auftretenden Schmerzen im Rücken, sie sind also in guter Gesellschaft und haben viele Leidensgenossen. Und zudem haben Sie ja unendlich viele Möglichkeiten etwas dagegen zu tun: Gymnastik, Wärmflasche, Schwimmen, Medikamente, Akkupunktur, Osteopathie, Krankengymnastik oder doch lieber eine Operation?! Da wird doch bestimmt etwas für Sie dabei sein. Jede von den vielen verschiedenen Therapien hat sicher bei dem Einen oder Anderen schon gute Erfolge erzielt. Alles wird sehr plausibel und erfolgversprechend verkauft, schließlich kommen diese Ratschläge oft von ausgebildeten Fachleuten. Aber hilft das wirklich? Nicht viele Rückenpatienten können behaupten, dass sie ihre Beschwerden durch diese oder jene Maßnahme gut in den Griff bekommen haben. Häufig entwickelt sich die Rückentherapie eher zu einem Ausprobieren vieler unterschiedlicher Methoden, mit leider oft mäßigem Erfolg. Aber warum klappt das, was bei den Anderen geht, bei Ihnen nicht? „Gehen Sie mal Schwimmen!“ ist ein oft, gerne und universal verteilter Ratschlag bei Rückenschmerzen. Stopp! Dieser Tipp gilt nicht bei Nichtschwimmern. Nur bei einer soliden Schwimmtechnik kann sich ein gutes Gefühl entwickeln. Ansonsten wird der therapeutisch gedachte Schwimmbadbesuch zum puren Stress. Das konstante „über Wasser halten“ des Kopfes bei ängstlichen Schwimmern verlangt große Kraftanstrengung der Nackenmuskulatur, die doch eigentlich gelockert werden sollte. Das hoch gepriesene Rückenschwimmen könnte sogar gefährlich werden, wenn Mitsportler oder ein Beckenrand in die Quere kommen. Also, ist Schwimmen das Richtige für Sie?

Ihre Wirbelsäule braucht neben einer eventuell notwendigen medizinischen Therapie vor allem Bewegung zur Erhaltung der Funktion und der Stabilität. Die Wissenschaftler sind sich inzwischen einig, dass für die Haltekraft der Wirbelsäule vor allem kleine und kleinste Muskeln zuständig sind, die mit verschiedenen Geräten oder Kleingeräten trainiert werden können.  Ob Krafttraining an Geräten oder mit dem Theraband, dem Pezziball, Schlingentraining, Pilates oder Vibrationsplattentraining das Optimale für Sie ist, hängt von ihren körperlichen Voraussetzungen ab. Halten Sie sich in sportlicher Hinsicht an ausgebildete Bewegungsfachleute, wie Physiotherapeuten, Sportwissenschaftler oder lizensierte Fitnesstrainer, die Sie bei der Auswahl der richtigen Trainingsmethode unterstützen. So kann es vorkommen, dass ein Kunde mit der Empfehlung vom Arzt kommt, einen Schwungstab zur Linderung seiner Beschwerden für das Training zu nutzen. Ein guter Tipp, denn dieses Gerät kräftig durch die schnellen Schwungbewegungen die stabilisierenden Muskeln der Wirbelsäule. Fehlt aber die Körperspannung und grundsätzliche Haltekraft im Rumpf,  so wird möglicherweise der Patient mehr „schwingen“ als der Stab, was vielleicht neue Beschwerden hervorruft. Hier bedarf es einer professionellen Trainingsplanung, die die Grundvoraussetzungen des Trainierenden berücksichtigt und Schritt für Schritt die Funktionalität der Wirbelsäule wiederherstellt und verbessert. Bewegungsfachleute planen Geräte und Hilfsmittel so ein, dass sie den Voraussetzungen des Patienten optimal entsprechen und mit seiner steigenden Kraft „mitwachsen“.

Was tut dem Rücken gut? Also, die gute Nachricht für alle nichtschwimmenden Rückenpatienten: Es gibt mehr als nur Schwimmen gegen die Schmerzen. Fragen Sie nur jemanden, der sich damit auskennt.

Alles Gute

 

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